Der Tag begann mit einem Treffen der ausgewählten Gäste an der Rheinseilbahn Köln. Schon hier lag eine besondere Stimmung in der Luft. Kein klassisches Standesamt, kein Warten vor dem Trauzimmer, sondern Vorfreude, Neugier und dieses leise Kribbeln, das man spürt, wenn etwas Einzigartiges bevorsteht. Jessy und Michaela entschieden sich bewusst dafür, die standesamtliche Trauung ganz für sich zu erleben – ein Moment, der nur ihnen gehören sollte. Während die Gäste unten warteten, stiegen die beiden allein in die Gondel, um hoch über dem Rhein offiziell „Ja“ zu sagen.
Für mich als Fotograf ist diese Art der LGBTQ Hochzeit etwas ganz Besonderes. Man fährt in einer späteren Gondel hinterher und begegnet dem Brautpaar gleich zweimal über dem Rhein. Einmal mit dem Blick Richtung Mülheim, ein anderes Mal mit dem Kölner Dom im Hintergrund. Diese kurzen Begegnungen in der Luft sind magisch. Man sieht das Strahlen in ihren Gesichtern, die Aufregung, die gerade abgefallen ist, und diese ganz besondere Ruhe, die sich nach dem Ja-Wort einstellt. Für die zweite Fahrt verlässt die Standesbeamtin die Gondel und Jessy und Michaela sind plötzlich allein.
Über den Dächern von Köln öffnen sie eine Flasche Sekt, stoßen an und genießen diesen Moment, der sich anfühlt, als würde die Zeit kurz stillstehen.
Unten angekommen wartet bereits der nächste emotionale Höhepunkt dieser LGBTQ Hochzeit. Die Gäste empfangen das frisch verheiratete Paar mit offenen Armen, Lächeln und ganz viel Herzlichkeit. Direkt im kleinen Park an der Rheinseilbahn gibt es einen liebevoll vorbereiteten Sektempfang mit selbstgemachten Häppchen. Kein großes Catering, kein Schnickschnack – dafür ehrliche Gastfreundschaft, Nähe und Gespräche, die man sonst auf großen Hochzeiten oft vermisst. Man merkt sofort: Hier geht es um Verbundenheit, nicht um Konventionen.
Kurz darauf wird es lebendig. Die Fahrradrikschas kommen an und holen alle ab – Brautpaar und Gäste. Gemeinsam geht es in einer kleinen Kolonne entlang der Rheinpromenade Richtung Innenstadt. Diese Fahrt ist pure Lebensfreude. Menschen bleiben stehen, winken, lachen, und Jessy und Michaela genießen jede Sekunde. Für mich ist genau das ein Kern vieler LGBTQ Hochzeiten: Sichtbarkeit, Stolz und das selbstverständliche Feiern der eigenen Liebe mitten im öffentlichen Raum.
Am Dom angekommen – mit Blick auf den Kölner Dom – entsteht ein großartiges Gruppenfoto mit den Rikschas. Danach verabschiedet sich das Paar von den Gästen und wir starten gemeinsam ins Paarshooting. Ohne Druck, ohne starre Posen. Stattdessen lassen wir uns treiben. Ein Kölsch am Büdchen gehört genauso dazu wie das Lachen zwischendurch und kleine Pausen, in denen einfach nur das Zusammensein zählt.
Ein ganz besonderer Moment dieser LGBTQ Hochzeit wartet an der Hohenzollernbrücke. Jessy und Michaela befestigen ein Schloss am Geländer, ein stilles Symbol für ihre Verbindung. Den Schlüssel werfen sie gemeinsam in den Rhein. Kein großes Ritual, sondern ein ehrlicher, emotionaler Augenblick, der perfekt zu den beiden passt. Man sieht ihnen auf den Fotos an, wie viel Spaß sie haben, wie frei sie sich fühlen und wie richtig sich dieser Tag für sie anfühlt.
Am Ende bleibt das Gefühl, einen außergewöhnlichen Hochzeitstag begleitet zu haben. Eine LGBTQ Hochzeit, die zeigt, dass es keine Regeln braucht, um glücklich zu sein. Dass Liebe leise, laut, öffentlich oder ganz privat gefeiert werden darf. Jessy und Michaela haben ihren Tag genauso gestaltet, wie er zu ihnen passt – mit Köln als Kulisse, mit Herzensmenschen an ihrer Seite und mit Momenten, die bleiben. Für mich war es ein toller Tag mit tollen Menschen und genau solchen Geschichten, die ich als Fotograf liebe.